Alte Bilder — eine Reise durch die Zeit
Achteinhalb Jahrhunderte liegen zwischen der Pergamenturkunde von 1178 und dem Festjahr 2028. Diese Seite reist in Bildern durch die Zeit — von der ältesten Darstellung des Klosters bis zum Luftbild: Karten, Stiche, Glasplatten und Fotografien aus den Archiven, Station für Station.
1178
Ein Pergament betritt die Bühne
Reinhard, Bischof zu Würzburg, beurkundet einen Tauschvertrag der Abtei Bronnbach mit der Pfarrei Reicholzheim — und „Richolfesheim“ wird erstmals schriftlich fassbar. Das Original liegt bis heute im Staatsarchiv Wertheim, keine drei Kilometer taubabwärts vom Dorf.
1518
Das früheste Bild
Aus dem Jahr 1518 stammt die älteste bekannte Darstellung des Klosters Bronnbach — ein Ausschnitt aus einer alten Karte. Das Kloster war zu dieser Zeit längst Ortsherr von Reicholzheim: Seit 1295 hatten die Grafen von Wertheim ihre Besitzungen im Dorf Stück für Stück an die Abtei vergeben.
um 1676
Merian sticht Bronnbach
Caspar Merian, Sohn des berühmten Matthäus Merian, hält die Klosteranlage im Kupferstich fest — die Tauberschleife, die Kirche, die Wirtschaftsgebäude. Wenige Jahre zuvor, 1673, war Reicholzheim dem Kloster endgültig als eigenes Territorium zugesichert worden.
um 1780
Die Markung, handkoloriert
Ein geometrischer Grundriss der Reicholzheimer Markung aus den letzten Jahrzehnten der Klosterherrschaft — mit einer kleinen gezeichneten Ansicht des Klosters, der Ebenmühle und dem Bildstock an der Heusteige. Vermessen, gezeichnet und koloriert von Hand.
1805
Der Satzenberg wird vermessen
Zwei Jahre nach der Säkularisation vermisst der Kartograph Jakob Lohr die Weinberge am Satzenberg — eben noch Klosterbesitz, nun beim Fürstenhaus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Der Weinberg selbst ist viel älter: 1318 erstmals urkundlich erwähnt, gilt er als einer der ältesten Deutschlands — und seine Terrassen werden bis heute bewirtschaftet.
Damals · 1805
Heute · 2007
1863
Bronnbach in der Gartenlaube
Die „Gartenlaube“ — das meistgelesene Blatt seiner Zeit — druckt einen Holzstich der Zisterzienserabtei. Das Taubertal erreicht die Wohnzimmer des ganzen deutschsprachigen Raums.
1867
Die Eisenbahn kommt
Der Original-Bauplan für das Empfangsgebäude des Bahnhofs Reicholzheim: sauber getuschte Giebelansichten aus der Planungszeit der Taubertalbahn. Mit der Bahn rückt das Dorf an die weite Welt heran.
1886
Das früheste Foto
Die früheste Fotografie in unserer Sammlung: „Kloster Bronnbach im Tauberthal“, aufgenommen von Heer aus Tauberbischofsheim und veröffentlicht in der Deutschen Photographen-Zeitung. Die Kamera hat das Taubertal entdeckt.
um 1930
Das Dorf auf Glas
Eine Glasplatten-Aufnahme aus der Fotosammlung Wehnert zeigt Reicholzheim von rechts der Tauber: die Kirche über den Dächern, die alte Steinbrücke, die Weinberge am Hang. Fast ein Jahrhundert später ist der Blick vertraut geblieben — und doch ein anderer.


Regler ziehen — links das alte, rechts das neue Bild
1968
Reicholzheim aus der Luft
Die Landesbefliegung Baden-Württemberg fotografiert das Taubertal von oben — im selben Jahr, in dem Reicholzheim-Bronnbach das Prädikat „staatlich anerkannter Erholungsort“ erhält.
Und die Reise geht weiter
Zwischen diesen Stationen liegen unzählige Geschichten — viele davon in Fotoalben und Erinnerungen hier im Ort. Die Chronik erzählt sie nach und nach, und auf der Mitmachen-Seite erfahrt ihr, wie eure Bilder Teil dieser Reise werden.
Quellen
- Landesarchiv Baden-Württemberg — Staatsarchiv Wertheim (Urkunde StAWt-R US 1178, Karten G-Rep. 106 und R-K, Fotosammlung Wehnert S-N 70), Staatsarchiv Ludwigsburg (Bahnhofspläne K 412 IV, Landesbefliegung EL 68 IX)
- LEO-BW, Ortslexikon Reicholzheim und Klosterbuch Bronnbach
- Ortsverwaltung Reicholzheim: Weinbau (Satzenberg 1318)
- Bildnachweise: siehe Bildunterschriften — Wikimedia Commons, Deutsche Fotothek/SLUB Dresden, Landesarchiv Baden-Württemberg
